Vorgestellt CES 2010
Akku 3S LiPo, 1000 mAh
Steuerung WLAN per App
Produktion bis ca. 2018
Kurz gesagt
Die Parrot AR.Drone war einer der ersten Quadrocopter, die du per WLAN mit iPhone oder iPod touch gesteuert hast. Vorgestellt wurde sie auf der CES 2010, die AR.Drone 2.0 mit 720p-Kamera folgte 2012. Beide sind eingestellt, und die App FreeFlight bekommt seit 2015 keine Updates mehr. Mit rund 400 g darfst du eine alte AR.Drone heute nur unter strengen Auflagen fliegen.
Meine erste AR.Drone kam im Februar 2011. Bis Anfang 2012 habe ich über Erstflug, Akkus, PC-Steuerung und die neue 2.0 geschrieben. Diese Seite fasst die fünf Beiträge zusammen und ergänzt belegte Daten.
Welche technischen Daten hat die AR.Drone?
Beide Generationen fliegen mit einem 3S-LiPo mit 1000 mAh und haben zwei Kameras: eine nach vorn, eine nach unten. Die 2.0 bekam eine HD-Kamera, einen schnelleren Prozessor und zusätzliche Sensoren.
| Merkmal | AR.Drone (1.0) | AR.Drone 2.0 |
|---|---|---|
| Vorgestellt | CES 2010 | CES 2012 |
| Frontkamera | 640 x 480 (VGA), 93° | 1280 x 720 (720p), 92° |
| Kamera nach unten | 60 Bilder/s | QVGA, 60 Bilder/s |
| Höhenmessung | Ultraschall | Ultraschall bis 6 m, dazu Drucksensor |
| Kompass | – | 3-Achsen-Magnetometer |
| Prozessor | ARM9, 468 MHz | ARM Cortex-A8, 1 GHz |
| WLAN | b/g | b/g/n |
| Akku | 3S LiPo, 11,1 V, 1000 mAh, 10C | wie 1.0, Power Edition mit 1500 mAh |
| Flugzeit | ca. 12 Minuten | ca. 12 Minuten, Power Edition bis 18 Minuten |
| Ladezeit | ca. 90 Minuten | ca. 90 Minuten |
| Gewicht | ca. 360–420 g je nach Hülle (Angaben uneinheitlich) | ca. 380–420 g je nach Hülle |
Wie war der Erstflug mit der AR.Drone?
Sobald ich der Automatik vertraut habe, war es ein Erlebnis. Die Drohne hält selbstständig ihre Position, und im Anfängermodus sind Höhe und Neigung begrenzt. Für die Wohnung ist sie allerdings zu groß.
Aus dem Logbuch · 2011
Gestern kam endlich meine erste eigene Drohne an, die AR.Drone von Parrot. In Foren hatte ich schon viel über sie gelesen, jetzt war ich selbst dran. Überrascht hat mich, wie groß und zugleich wie leicht das Paket war. Meine Postbotin hat es nicht leicht mit mir: kleine Pakete richtig schwer, große unerwartet leicht.
Apple-Geräte besaß ich noch keine, also hatte ich zeitgleich einen iPod touch bestellt. Der war aber noch nicht da. Um die Wartezeit zu überbrücken, habe ich LEDs montiert und mich mit der Technik beschäftigt. Die Drohne bekam vier LED-Streifen mit je drei LEDs und einem Widerstand. Jeder Streifen läuft an 11,1 V. Eine weiße LED verträgt nur etwa 3 V, drei Stück summieren sich auf 9 V, deshalb sitzt noch ein Widerstand dazwischen. Fliegen konnte ich noch nicht, aber schick sah die Drohne schon aus.
Ein paar Tage später ging es richtig los. Die ersten Tests in der Wohnung zeigten nach wenigen Minuten: zu klein. Draußen kann ich nur sagen: Es fetzt! Selbst bei einiger Windstärke ließ sich die Drohne noch steuern, und es war nicht wenig Wind, wie man an den Fahnenmasten sah.
Anfangs wollte ich alles selbst regeln und musste den Flug immer wieder mit der Notabschaltung unterbrechen. Als ich merkte, dass die Drohne sich selbstständig in Position bringt und vor allem dort bleibt, wurde der Flug zum Erlebnis. Ich übe noch in den Anfängereinstellungen, und die reichen mir. Damit sind Flughöhe und Neigung begrenzt.
Beim Steigflug fiel mir gelegentlich ein seitliches Wegdrehen auf. Bei leichtem Wind ist das kein Problem, bei stärkerem Wind kann es kritisch werden. Zumal ich noch Probleme mit dem Steuern habe, wenn die Drohne auf mich zukommt.
Nach etwa 12 Minuten ist der Akku leer und ein Wechsel steht an. Dabei ist mir etwas aufgefallen: Ich hatte die App auf dem iPhone beendet und das WLAN getrennt, bevor ich den Akku abzog. Das reichte nicht. Nach dem Wechsel erkannte die App die Drohne nicht mehr, obwohl sie per WLAN verbunden war. Zum Glück gab es eine zweite, kostenlose AR.Drone-App. Die gestartet, und es ging weiter.
Welcher Akku passt in die AR.Drone?
Original ist ein 3S-LiPo mit 1000 mAh und 11,1 V. Nach meiner Beobachtung hat er eine eingebaute Schutzschaltung. Andere 3S-Akkus funktionieren, wenn Maße, Gewicht und Stecker passen. Ohne Schutzschaltung musst du aber selbst auf Tiefentladung achten.
| Prüfpunkt | Worauf du achtest |
|---|---|
| Zellenzahl | 3S (11,1 V) wie das Original |
| Maße | Der Akku muss in den Akkuschacht passen |
| Kapazität | Mehr mAh bedeutet mehr Flugzeit, aber auch mehr Gewicht |
| Stecker | Fremdakkus haben oft einen anderen Stecker, dann musst du löten |
| Schutzschaltung | Hobby-LiPos haben meist keine. Hilfe bieten ein LiPo-Warner oder eine Stoppuhr |
Aus dem Logbuch · 2011
Der Standardakku hat 1000 mAh und 11,1 V aus drei LiPo-Zellen. Entladen darf man ihn mit dem Zehnfachen der Nennkapazität, also mit 10 A. Für die Motoren reicht das vermutlich völlig. Laden darf man ihn aber nur mit maximal 1C, also mit 1 A. Ich lade meine LiPos mit einem computergesteuerten Ladegerät. Eine LiPo-Zelle hat einen Spannungsbereich von 3 V bis 4,2 V, den man weder unter- noch überschreiten sollte. Ich erreichte aber nie die 4,2 V Ladeschlussspannung oder die 3 V Entladeschlussspannung. Vorher meldete das Ladegerät jedes Mal, die Verbindung zum Akku sei unterbrochen. Mein Schluss: Im Akkupack steckt ein LiPo-Wächter. In der Drohne selbst ist dagegen keiner verbaut, der vor Tiefentladung warnt oder abschaltet. Meinen vorsorglich gekauften 1300-mAh-Akku von Conrad konnte ich deshalb erst einmal nur mit Stoppuhr nutzen.
Nach gut zwei Monaten: Direkt nach dem Start der Rotoren fällt die Anzeige beim Originalakku auf 66 %. Ruhig geflogen reicht ein Pack für etwa 12 Minuten. Stellst du in der Software alles auf Maximum, also maximale Beschleunigung, maximale Neigung und so weiter, sind es noch einmal rund 3 Minuten weniger.
Der Conrad-Akku passt gut in den Schacht, ist preislich aber keine Alternative zum Original. Die 300 mAh mehr machen sich bemerkbar, und endlich fällt der Ladebalken gleichmäßig. Deutlich günstiger waren Hobby-LiPos, etwa von Turnigy. Sie dürfen dauerhaft mit 20C bis 25C entladen werden, das Original nur mit 10C. Parrot riet von nicht lizenzierten Akkus ab, ich habe als Modellbauer trotzdem darauf gesetzt. Einen Haken hatte das Ganze: Die Anschlüsse passen nicht, ich musste einen Mini-Tamiya-Stecker anlöten.
Achtung
LiPo-Akkus nie tiefentladen, nur mit Balancer-Ladegerät und unter Aufsicht laden. Aufgeblähte Akkus nicht mehr verwenden. Mehr dazu in der Akkupflege und im Lexikon zum RC-Akku.
Konnte man die AR.Drone per PC steuern?
Ja, mit Bastlerlösungen. Parrot hatte eine offene Programmierschnittstelle für Entwickler bereitgestellt. Daraus entstanden Programme, mit denen sich die Drohne von Windows aus steuern ließ. Heute ist das Geschichte.
Aus dem Logbuch · 2011
Mit der Steuerung über den iPod werde ich nicht richtig warm. Das Neigen und Schwenken des Geräts ist nichts für mich, vermutlich bin ich einfach zu alt. Stephen Hobley hat zusammen mit zwei anderen ein Programm entwickelt, mit dem sich die AR.Drone von Windows aus steuern lässt. Programmieren ist allerdings nicht meine Stärke. Die fertige EXE von Murdoch startete bei mir weder unter Windows 7 noch unter XP. Jedes Mal kam der Fehler, die Side-by-Side-Konfiguration sei ungültig.
Warum der Aufwand? Die kleinen Kameras liefern eine gute Bildqualität, die ich gern abrufen würde. Wichtiger ist die Reichweite: Mit dem iPod verliert die Drohne nach 15 bis 20 m den Kontakt. Mit PC und selbstgebauter Richtantenne hoffe ich auf deutlich mehr. 100 m würden mir reichen. Und mein Joypad würde ich auch gern zum Steuern nutzen.
Was ist bei der AR.Drone 2.0 anders?
Die AR.Drone 2.0 wurde auf der CES 2012 vorgestellt. Sie bekam eine 720p-Kamera, Magnetometer und Drucksensor sowie den Steuermodus „Absolute Control“. Damit fliegt die Drohne in die Richtung, in die du das Smartphone neigst, egal wohin ihre Nase zeigt.
- Kamera: 1280 x 720 Pixel statt VGA. HD-Videos lassen sich über die App aufnehmen und teilen.
- Sensoren: 3-Achsen-Magnetometer und Drucksensor, Ultraschall bis 6 m Höhe.
- Absolute Control: Standardmodus, die Drohne nutzt das Magnetometer als Referenz. Der klassische Modus „Relative Flight“ bleibt wählbar.
- Travelling: Du wählst Richtung (vorwärts, rückwärts, seitwärts) und Dauer, die Drohne fliegt die Strecke selbstständig und filmt dabei.
- Varianten: Power Edition mit 1500-mAh-Akku (bis 18 Minuten), Elite Edition mit Tarn-Hüllen.
Aus dem Logbuch · 2012
Da geht gerade etwas durch die Nachrichten, das ich beinahe verpasst hätte: die AR.Drone 2.0. Keine Sorge, meiner guten alten Drohne geht es noch ziemlich gut. Was ich immer gut fand, war der selbstständige Schwebeflug, sobald man die Steuerung loslässt. Das hat mich vor einigen gröberen Crashs bewahrt und war ein exzellentes Training für die Hubschrauberfliegerei. Bei der 2.0 soll nun aus Sicht des Piloten gesteuert werden. Kein seitenverkehrtes Steuern und Umdenken mehr, die Bahn ist frei für Gelegenheitsflieger. Ich bin gespannt auf den Sommer, wenn man sie endlich kaufen kann. Nur was die Travelling-Funktion bewirken soll, habe ich nicht verstanden.
Gibt es die AR.Drone noch?
Nein. Parrot baute die AR.Drone von 2010 bis etwa 2018. Im Februar 2018 waren auch Power und Elite Edition nicht mehr erhältlich. Im Juli 2019 kündigte Parrot an, alle Drohnenlinien außer der Anafi einzustellen und sich auf professionelle Anwender zu konzentrieren.
Die App FreeFlight ist im App Store noch gelistet (Stand: Oktober 2026). Die letzte Version 2.4.22 stammt aber vom 16. Oktober 2015, und Nutzer berichten in Bewertungen von Problemen mit neueren iOS-Versionen. Ersatzteile findest du am ehesten gebraucht oder als Restposten.
Heute stattdessen: Wer Luftbilder will, landet bei Kameradrohnen mit GPS. Für Indoor-Spaß reicht ein kleiner Quadrocopter wie unser Klassiker WLtoys V929. Einen Überblick über aktuelle Modellklassen gibt die Kaufberatung Mini-Hubschrauber. Weitere Klassiker findest du in der Übersicht unserer Erfahrungsberichte.
Darf ich eine alte AR.Drone heute noch fliegen?
Ja, aber nur eingeschränkt. Die AR.Drone wiegt über 250 g und hat keine EU-Klassenkennzeichnung. Solche Drohnen dürfen seit dem 1. Januar 2024 in der offenen Kategorie nur noch in der Unterkategorie A3 fliegen.
Achtung
Für eine AR.Drone gilt nach EASA und Luftfahrt-Bundesamt (Stand: Oktober 2026):
- Unterkategorie A3: Unbeteiligte Personen dürfen nicht gefährdet werden, zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten hältst du mindestens 150 m Abstand.
- Registrierung: Als Betreiber musst du dich beim LBA registrieren (Pflicht ab 250 g und bei Kamera).
- Kompetenznachweis: Vor dem ersten Flug brauchst du den EU-Kompetenznachweis A1/A3 (Online-Lehrgang und Online-Prüfung).
Versicherung und weitere Regeln erklärt der Ratgeber Regeln und Versicherung für Modellflieger. Ich bin kein Anwalt, verbindlich sind die Angaben von EASA und LBA.
Quellen
- Parrot AR.Drone – Wikipedia
- Specifications and manuals of Bebop Drone / AR.Drone (apollomaniacs)
- Parrot stellt AR.Drone 2.0 mit 720p-Kamera auf der CES 2012 vor (mobiflip)
- Parrot AR.Drone 2.0: Linux based Augmented Reality Helicopter (CNX Software)
- FreeFlight im App Store (Parrot)
- Parrot's getting out of the low-end drone business (TechCrunch)
- Parrot exits toy drone business (DroneDJ)
- EASA FAQ: Drohnen ohne Klassenkennzeichnung
- dipul (BMDV): C-classified drones
- Luftfahrt-Bundesamt: Anforderungen an Fernpiloten in der offenen Kategorie
- Luftfahrt-Bundesamt: Kompetenznachweise für Fernpiloten
- Luftfahrt-Bundesamt: Betreiberregistrierung