Pflege & Akku

LiPo-Akku im Mini-Hubschrauber: laden, lagern, länger fliegen

Wie du den LiPo-Akku im Mini-Hubschrauber lädst, lagerst und länger nutzt – mit Spannungen pro Zelle, USB-Laden und Brandschutz.

Typischer Akku 1S LiPo, 3,7 V

Ladeschluss 4,2 V pro Zelle

Lagerung ca. 3,8 V pro Zelle

Entladegrenze 3,0–3,2 V pro Zelle

Kurz gesagt

In fast jedem Mini-Hubschrauber steckt ein einzelliger LiPo-Akku mit 3,7 Volt Nennspannung. Er lebt am längsten, wenn du ihn nie leer fliegst, ihn vor dem Laden abkühlen lässt und mit dem Original-Ladegerät oder -Kabel lädst. Für längere Pausen lagerst du ihn halb geladen, bei etwa 3,8 Volt pro Zelle. Geladen wird nur unter Aufsicht, und ein aufgeblähter Akku gehört aus dem Verkehr.

Bei den alten NiCd-Akkus war es üblich, sie vollzuladen, leer zu fliegen und wieder aufzuladen. Ein LiPo verlangt eine andere Behandlung: Er mag weder Tiefentladung noch dauerhafte Volladung, weder Hitze noch Kälte. Hier liest du, worauf es ankommt und wo die Ratschläge von früher korrigiert werden müssen.

Welcher Akku steckt in einem Mini-Hubschrauber?

Fast immer ein Lithium-Polymer-Akku (LiPo) mit einer Zelle, kurz 1S, und 3,7 Volt Nennspannung. Die Kapazität liegt bei kleinen Indoor-Modellen meist zwischen 100 und 200 mAh.

Zwei Beispiele: Der Syma S107G hat laut Hersteller einen 3,7-V-LiPo mit 150 mAh, der Blade mSR laut Anleitung einen 1S-LiPo mit 120 mAh. Wie sich LiPo von NiMH unterscheidet und was die Angaben auf dem Akku bedeuten, erklärt der Grundlagenbeitrag zu RC-Akkus auf modell-bau.org.

Welche Spannungen gelten für einen LiPo-Akku?

Voll geladen hat eine LiPo-Zelle 4,2 Volt, zum Lagern empfehlen Hersteller etwa 3,8 Volt. Unter Last sollte sie nicht unter 3,0 bis 3,2 Volt fallen, je nach Herstellerangabe. Diese Werte gelten pro Zelle.

ZustandSpannung pro ZelleQuelle
Nennspannung3,7 VHerstellerangaben Syma, Horizon Hobby
Voll geladen (Ladeschlussspannung)höchstens 4,2 VSLS-Sicherheitshinweise, Battery University
Lagerungca. 3,8 V (etwa 40 % Ladung)SLS-Sicherheitshinweise; Battery University nennt 3,82 V bei 40 %
Untergrenze unter Last3,0 V (Horizon Hobby) bzw. 3,2 V (SLS)Bedienungsanleitung Blade mSR, SLS-Sicherheitshinweise

Ein Mini-Hubschrauber zeigt dir die Spannung nicht an. Das praktische Signal: Sobald er nicht mehr richtig steigt oder nicht mehr abhebt, landest du und hörst auf. Weiterfliegen führt in die Tiefentladung, und die schadet dauerhaft. Die 3,4 Volt, die früher hier als Grenze standen, sind vorsichtiger als die Herstellerangaben und schaden nicht.

Wie lädst du den LiPo-Akku richtig?

Lass den Akku nach dem Fliegen auf Raumtemperatur abkühlen, lade dann mit dem mitgelieferten Ladegerät oder dem Original-Kabel und bleib in der Nähe. Ein unterbrochener Ladevorgang schadet nicht.

Abkühlen: Die Anleitung des Blade mSR schreibt vor, LiPos nach dem Flug auf Umgebungstemperatur abkühlen zu lassen, bevor du sie lädst. Wärme beschleunigt die Alterung von Lithium-Akkus. Laut Battery University leiden sie schon, wenn sie längere Zeit über 30 °C liegen, am stärksten bei voller Ladung.

Aus dem Logbuch · 2012

Nach dem Fliegen sollte man dem LiPo eine Ruhepause gönnen, bevor man ihn wieder auflädt. Man spricht von 10 Minuten Abkühlzeit bei Raumtemperatur, 2011 hatte ich hier 15 Minuten empfohlen. Danach kann man gleich wieder nach Anleitung laden.

Heute gilt: Fühlt sich der Akku nach 10 bis 15 Minuten noch warm an, wartest du einfach länger.

Die 1C-Regel: 1C bedeutet einen Ladestrom in Höhe der Kapazität, also 150 mA bei einem 150-mAh-Akku. Höchstens mit 1C zu laden, wie es im alten Beitrag stand, ist eine sichere Grundregel, wenn du nichts anderes weißt. Eine feste Grenze ist es nicht, maßgeblich ist der Akkuhersteller: Die Sicherheitshinweise von SLS rechnen etwa mit einem Akku, der bis zu 3C verträgt, und betonen zugleich, dass geringere Ladeströme schonen. Bei Mini-Hubschraubern stellst du den Strom ohnehin nicht selbst ein, das übernimmt das Original-Ladegerät.

Unterbrechen ist erlaubt: Ein LiPo hat keinen Memory-Effekt wie die alten NiCd- und NiMH-Akkus und braucht keine Vollentladungen. Teilladungen sind sogar schonender als volle Zyklen.

Schadet das Laden über USB dem Akku?

Nicht grundsätzlich. Ein USB-Anschluss liefert 5 Volt, den eigentlichen Ladestrom und die Ladeschlussspannung regelt die Ladeelektronik im Kabel, im Sender oder im Modell. Wichtig ist, dass du das vom Hersteller vorgesehene Kabel verwendest.

Im alten Beitrag stand, viele Akkus vertrügen die „hohe Eingangsspannung“ von USB nicht, weil ein USB-Anschluss bis zu 500 mA abgibt. So funktioniert USB aber nicht: 500 mA darf ein Gerät an einem USB-2.0-Anschluss höchstens beziehen, der Anschluss drückt sie nicht hinein. Wie viel fließt, bestimmt die Ladeelektronik. Syma sieht für den S107G das Laden am Computer-USB-Anschluss ausdrücklich vor (laut Anleitung 40 bis 50 Minuten) und empfiehlt aus Sicherheitsgründen das eigene Ladekabel.

Aus dem Logbuch · 2012

Vielen dauert das Aufladen zu lange. Kaum einer will 20 bis 30 Minuten warten, bei manchen Modellen sogar über 60 Minuten. Also steigen viele auf einen 220-Volt-USB-Adapter um, um die Ladezeit zu drücken. Ich war damals auch so clever und habe meinen Hubschrauber an so einen USB-Adapter gesteckt. Keiner meiner Akkus kam danach über 20 Ladezyklen. Ein Trauerspiel. Sucht euch lieber einen leistungsfähigen USB-Port am Rechner oder nehmt die längere Ladezeit über die Fernbedienung einfach in Kauf. So ist es ohne Weiteres möglich, einen LiPo auf mehr als 70 Ladezyklen zu bringen.

Ob damals Netzteil, Ladeelektronik oder Akkus schuld waren, lässt sich nicht mehr klären. Die Lehre gilt trotzdem: Lade so, wie es die Anleitung vorsieht. Nutzt du ein USB-Netzteil, dann ein hochwertiges mit dem Original-Kabel, keinen Billig-Adapter unbekannter Herkunft.

Wie lagerst du den Akku, wenn du länger nicht fliegst?

Lagere den Akku halb geladen, kühl und trocken. Voll geladen und warm altert ein LiPo am schnellsten, leer droht die Tiefentladung. Schon 2011 stand auf dieser Website: Wer länger als einen Monat nicht fliegt, bringt den Akku auf 40 bis 60 Prozent.

Wie groß der Unterschied ist, zeigen Daten der Battery University für Lithium-Ionen-Zellen, zu denen auch LiPos gehören: Nach einem Jahr bei 25 °C hat ein Akku mit 40 % Ladung noch etwa 96 % seiner Kapazität, voll geladen nur etwa 80 %. Bei 40 °C sind es 85 % gegenüber 65 %.

  • Ladestand: etwa 40 bis 60 Prozent. Wer messen kann, zielt auf rund 3,8 Volt pro Zelle.
  • Ohne Ladegerät mit Anzeige: Als grobe Faustregel den leer geflogenen Akku etwa die Hälfte der üblichen Ladezeit laden. Das ist ungenau, aber besser als voll oder leer einzulagern.
  • Ort: trocken, kühl, nicht in der Sonne, nicht im Auto und nicht im Kühlschrank, wo Feuchtigkeit droht.
  • Sicher: auf nicht brennbarem Untergrund oder in einem feuerfesten Behälter, nichts Brennbares in direkter Nähe.
  • Kontrolle: Schau eingelagerte Akkus gelegentlich an. Ein aufgeblähter Akku wird nicht mehr benutzt.

Wie fliegst du länger mit einer Akkuladung?

Mehr als einige Minuten sind mit dem kleinen Akku nicht drin. Für den Syma S107G nennt die Anleitung 6 bis 7 Minuten, die Herstellerseite 5 bis 6 Minuten. Herausholen kannst du vor allem etwas, indem du Akku und Mechanik in gutem Zustand hältst.

  • Kurz vorher laden: Lade erst, wenn du fliegen willst. So startest du mit voller Ladung, und der Akku liegt nicht tagelang voll geladen herum.
  • Mechanik sauber halten: Haare und Fusseln an den Wellen und eingeklappte Rotorblätter kosten Leistung. Die Checkliste dazu steht im Ratgeber Mini-Hubschrauber pflegen und reparieren.
  • Sanft fliegen: Ständiges Vollgas und hektisches Steigen leeren den Akku schneller.
  • Rechtzeitig landen: Wer bei nachlassender Leistung landet, schont den Akku und hat beim nächsten Mal mehr Flugzeit.
  • Temperatur: Ein kalter Akku liefert weniger Leistung. Flieg im warmen Raum, nicht nach einer Nacht im kalten Auto.
  • Zweitakku: Bei Modellen mit Steckverbindung lohnt sich ein Wechselakku, beim Blade mSR lagen zwei bei. Ein wechselbarer Akku ist ein gutes Kaufkriterium, mehr dazu in der Kaufberatung Mini-Hubschrauber.

Ist der Akku fest eingelötet, kannst du ihn mit etwas Übung selbst tauschen. Wie das sauber gelingt, zeigt die Anleitung Akku und Lötfahnen löten. Ladegeräte und Akkus für Mini-Flugmodelle mit 1S bis 3S stellt die Seite Akkus und Ladegeräte für Mini-RC-Flugzeuge vor. Vieles davon gilt für Hubschrauber genauso.

Woran erkennst du einen kaputten Akku?

Ein beschädigter LiPo bläht sich auf, verformt sich, wird ungewöhnlich heiß, riecht oder lässt sich nicht mehr richtig laden. Dann ist Schluss: nicht mehr laden, nicht mehr fliegen. Horizon Hobby schreibt sogar, dass schon ein leicht aufgeblähter Akku komplett ausgemustert werden muss.

Ein Akku, der nur noch kurz durchhält, ist gealtert, aber nicht unbedingt gefährlich.

Richtig entsorgen: Altakkus gehören nie in den Hausmüll. Klebe die Pole oder Kontakte mit Klebeband ab und gib den Akku an einer Sammelstelle oder im Handel ab. Geschäfte, die Akkus verkaufen, müssen alte Akkus zurücknehmen.

Achtung

LiPo-Akkus können brennen. Lade nie unbeaufsichtigt und nie, während du schläfst. Lade auf einer festen, nicht brennbaren Unterlage, nicht auf Bett, Sofa oder Teppich, am besten in einem Raum mit Rauchmelder oder in einem feuerfesten Behälter. Benutze keine beschädigten, aufgeblähten oder verformten Akkus und öffne sie nicht. Wenn ein Akku raucht, brennt oder stark heiß wird: Bring dich und andere in Sicherheit und ruf die Feuerwehr unter 112. Sag dabei, dass es sich um einen Lithium-Akku handelt und wie groß er ist. Selbst löschen nur bei einem kleinen, beherrschbaren Brand und nur, wenn du dich dabei nicht gefährdest.

Häufige Fragen

Darf ich den Akku direkt nach dem Fliegen laden?

Nein, lass ihn erst auf Raumtemperatur abkühlen. Meist reichen 10 bis 15 Minuten.

Kann ich meinen Mini-Hubschrauber am Handy-Netzteil laden?

Nur, wenn der Hersteller das Laden über USB vorsieht, und nur mit dem Original-Ladekabel. Die Ladeelektronik im Kabel oder Modell regelt den Strom. Im Zweifel lädst du über den Sender oder das mitgelieferte Ladegerät.

Wie lange hält ein LiPo im Mini-Hubschrauber?

Das hängt stark von der Behandlung ab, eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Wer nie tief entlädt, vor dem Laden abkühlen lässt und richtig lagert, verlängert die Lebensdauer deutlich.

2 Kommentare zu „LiPo-Akku im Mini-Hubschrauber: laden, lagern, länger fliegen“

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